| Tiefe: |
2 - 24 m |
| Fahrtzeit: |
75 Minuten |
Die Chrisoula K war ein Frachter, der unter griechischer Flagge registriert war. Die Fracht der letzten Fahrt waren italienische Bodenplatten für Jeddah. Sie sank am 31.August 1981. Kurz nachdem Kapitän Kanellis, nach zwei Tagen intensiver Navigation, das Kommando übergeben hatte, fuhr das Schiff mit voller Fahrt Richtung Nordosten auf das Riff Sha`ab Abu Nuhas auf. Glücklicherweise konnte sich die gesamte Besatzung retten.
Die Chrisoula K ist, von den vier Wracks am Sha?ab Abu Nuhas, am stärksten zerstört. Das Achterschiff liegt um 30 Grad nach Steuerbord geneigt; die vierblättrige Schraube und das Ruder ragen fast völlig frei ins Wasser und sind bei einer maximalen Tiefe von 24 Metern leicht und sicher zu betauchen. Die hinteren, flachen Aufbauten sind noch komplett vorhanden, gleiches gilt auch für die Reling und die leeren Davits der Rettungsboote. Hinter diesen Aufbauten beginnt der letzte Laderaum. Hier ist der Schiffsrumpf geknickt und stark verdreht. Folglich ist die ehemalige Fliesenladung völlig verrutscht und bildet mit den verbogenen Metallteilen ein wirres Durcheinander. An diesen Raum schließen sich am Deck kleine Aufbauten und Winden an, wie Reste des hinteren Mastes und seiner Ladevorrichtungen. Danach folgt der nächste Laderaum, der ebenfalls mit kleinen Fliesenpaketen voll gestapelt ist. An der Steuerbordseite, in Höhe des Maschinenraums liegt der Schornstein auf dem Meeresgrund; von der Brücke ist nichts mehr zu erkennen. Von diesem Abschnitt kann man durch zwei Oberlichter in den Maschinenraum gelangen. Er präsentiert sich als ein bizarres Szenario aus Leitungen, Schaltpulten, Kesseln, dunklen Öffnungen und Treppen. An der rechten Bordwand befindet sich ein Reservekolben für Schiffsdiesel. Wer sich im oberen Bereich des Maschinenraums nach links hält, gelangt durch eine Tür und einen schmalen Gang in die Schiffswerkstatt an Backbord mit diversen Maschinen und Werkzeugen. Wenn man die Werkstatt in Richtung Bug verlässt, sieht man von weitem die Ladung der nachfolgenden Laderäume. Der Bug weist massive Beschädigungen auf, denn in der Brandungszone haben die Meeresgewalten dem Schiff besonders stark zugesetzt. Daher werden das Vorschiff und der Bugbereich selten betaucht, sie sind meistens unerreichbar. Es sei denn, man taucht an einem windstillen Tag mit spiegelglatter See.
Das Schiff:
Die Chrisoula K. lief 1954 unter dem Namen Dora Oldendorff in Lübeck Travemünde/Deutschland vom Stapel. Das 3.807 Bruttoregistertonnen schweres Schiff wurde nach der Tochter des Reedereibesitzers benannt. Der Frachter hatte eine Gesamtlänge von 101 Meter und eine Breite von 15 Meter. Ein 2 Takt MAN Diesel mit 2.700 PS beschleunigte das Schiff auf eine Maximalgeschwindigkeit von 13,5 Knoten.
Nach dem Wechsel zu mehreren Eigentümern fuhr sie letztendlich für die Reederei Clarion Marine und bekam den Namen Chrisoula K. Ihre letzte Fahrt trat sie am 30.08.1981 an, mit einer Fracht billiger italienischer Bodenfliesen die sie in die Gegend des Riffs von Abu Nuhas im Roten Meer führte.
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