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SS Ulysses (05.09.1887)
Tiefe: 2-27m
Fahrtzeit: 100 Minuten

Das Wrack dieses Schiffes war lange Zeit unter dem Namen "Frachter von Gubal" oder unter dem noch heute gebräuchlichen Namen "Kabelleger" bekannt. Der letzte genannte Name hat den Ursprung aus dem Teil der Fracht der S.S. Ulysses:
Kabeltrommeln der Firma Siemens.

Am besten beginnt man den Tauchgang am Heck in 27m Tiefe. Imposant hebt sich die Silhouette des, auf der Steuerbordseite liegenden, Frachters vom blauen Wasser ab. Die Hälfte der vierflügligen Schraube ragt aus dem Grund hervor. Das Ruder ist um 90 Grad nach Backbord eingeschlagen. Beide sind, genauso wie die gesamte Bordwand im Heckbereich, mit Krustenanemonen überwuchert. Bevor die Besichtigungstour durch das Achterdeck
begonnen wird, sollte noch ein Blick auf die Badewanne und die zahlreichen Flaschenscherben geworfen werden, die unmittelbar am Ende des Wracks auf dem Grund liegen. Sie stammen vermutlich aus der Kapitänskajüte, die im Heck untergebracht war. Das Achterdeck wird von einer Rollenkonstruktion, die vermutlich dem Fieren von Seilen diente, dominiert. Sie war es, die im Zusammenhang mit einem Teil der Ladung die Vermutung nahe legte, es handle sich bei diesem Wrack um einen Kabelleger. Das sich anschließende Achterschiff stellt eine der Attraktionen des alten Frachters da.
Das Mittschiff ist stark zerstört und erinnert mehr an einen Schrottplatz als an ein Schiff. Erst bei detaillierter Betrachtung lassen sich Einzelheiten der Maschine, wie Kessel, Dampfrohrleitungen und Ventile auf dem Meeresgrund erkennen. Dominiert wird dieser Platz vom einstigen Schwungrad der Maschine. Es zählt vermutlich zu den am meisten fotografierten Motiven des Wracks. Am Fuß der Riffwand befinden sich weiterer Bestandteile der Maschine. Kaum zu übersehen sind der seewärts liegende Schornstein sowie einige zylindrische Behälter, die wahrscheinlich auch zur Maschine gehören.

Zur Herkunft des Schiffes:
Bei diesem Schiff handelt es sich um einen holzbeplankten Einschraubendampfer mit eisernem Rumpf und Segeltakelage, wie es z.B. auch die S.S. Dunraven war. Die S.S. Ulysses gehörte zur Flotte der Ocean Steamship Company. Diese benannte alle ihre Schiffe nach Wesen der griechischen Mythologie. Die S.S. Ulysses ca. 95m lang, 10m breit und verdrängte max. 1990ts. Die 225 PS-Zweizylindermaschine-Zweitakt-Dampfmaschine von P.Stephenson & Co. in Newcastle verlieh dem Schiff eine Geschwindigkeit von ca. 10 Knoten

Der Untergang:
Am 16.August 1887 befand sich die S.S. Ulysses von London und Suez kommend auf dem Weg nach Pengang, als sie mit ihrem südlichen Kurs in die Strasse von Gubal einlief. In den frühen Morgenstunden des 16. August 1887 geschah das Unglück - das Schiff lief auf das Riff Gubal Seghir auf. Fälschlicherweise wurde dieser Unfall nicht richtig interpretiert. Man stellte fest, dass das einbrechende Wasser von den Pumpen leicht bewältigt werden konnte und ging eher von einer ungefährlichen Grundberührung aus. Ein vorbeifahrendes Schiff -die S.S.Kerbela- wurde dann auch nicht um Hilfe gebeten, sondern die Nachricht mitgegeben, dass man doch in Suez ein Hilfsschiff zur S.S. Ulysses schicken möge. Der Kapitän Bremner war überzeugt, diese "Grundberührung" durch ein Freischleppen geregelt zu bekommen. Ihm war wohl nicht klar, dass durch die permanente Bewegung des Rumpfes gegen das Riff durch die Meeresbrandung diesen immer weiter aufriss. Auch von einem teilweisen Überbordwerfen der Ladung, damit verbundenem Verringern des Tiefganges und dem Freikommen vom Riff auf diese Weise wollte er nichts hören. Das Leck wurde immer größer, es strömte immer mehr Wasser ein, die Pumpen konnten die Wassermengen immer schlechter lenzen und das Schiff sank nur noch tiefer. So kam es, dass am Morgen des 19. August das Heck des Schiffes schon tiefer lag als gewöhnlich. Am 20. August traf endlich Hilfe ein: HMS Falcon traf mit zwei Leichtern und Arbeitern ein. Man begann sofort in der ägyptischen Augusthitze mit dem Umladen der Fracht. Dabei musste man in den Laderäumen z.T. durch Wasser schwimmen. Auch die Winschen mussten mit Muskelkraft bedient werden, da mittlerweile auch die Maschine ausgefallen war. Außerdem war man gezwungen alles außenbords zu geben , es knapp 600m über das Riff zu tragen bis man damit zu den Leichtern gelangte. Dieses ganze Umladen dauerte dazu auch noch ewig lange: Erst am 6. September 1887, also nach 17 Tagen, hatte man die Arbeiten eingestellt, nachdem das Schiff mit dem Heck unter den Wellen verschwunden war.
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